Zertifizierung

Am 17. September 2012 haben die Vorstände der Deutschen Hernien Gesellschaft (DHG) und der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV) mit ihrer chirurgischen Arbeitsgemeinschaft Hernie (CAH) die Einführung eines gemeinsamen Zertifizierungsverfahrens für Hernienchirurgie beschlossen.

Es werden drei Stufen bei der Zertifizierung von Hernienzentren unterschieden:

  • DHG – Siegel Qualitätsgesicherte Hernienchirurgie
  • Kompetenzzentrum Hernienchirurgie
  • Referenzzentrum Hernienchirurgie

Das DHG – Siegel Qualitätsgesicherte Hernienchirurgie wird von der Deutschen Hernien Gesellschaft verliehen.

Die Zertifizierung als Kompetenz- oder Referenzzentrum für Hernienchirurgie erfolgt durch die DGAV mit der CAH und der DHG sowie der Servicegesellschaft DGAV GmbH.

Die Zertifizierungsordnung der DGAV finden Sie als Anlage.

In der Zertifizierungsordnung ist unter §117 Qualitätssicherung in Abs. 2 festgelegt, dass zur Erstzertifizierung von Kompetenz- und Referenzzentren für Hernienchirurgie der Antragsteller nachweisen muss, dass er seit mindestens 12 Monaten über das DHG – Siegel Qualitätsgesicherte Hernienchirurgie verfügt und mindestens seit zwei Monaten das 1-Jahres-Follow-up durchgeführt hat.

Als Voraussetzung für den Erhalt des DHG – Siegels Qualitätsgesicherte Hernienchirurgie müssen mindestens 30 Hernienoperationen pro Jahr durchgeführt werden. Alle Hernienoperationen sollten möglichst vollständig (≥ 90 %) im Register Herniamed dokumentiert werden. Die Erfassung der Operationen im Register sollte komplett und korrekt sein. Eine ganz wesentliche Verpflichtung aller Teilnehmer an Herniamed ist ein möglichst vollständiges Follow-up nach 1-, 5- und 10 Jahren. Die Follow-up Rate sollte mindestens 70 % betragen.

Die nachfolgenden Qualitätsindikatoren wurden für die Zertifizierung von Hernienzentren von der DGAV/CAH und der DHG festgelegt:

  • Intra- und postoperative Gesamtkomplikationsrate bei Leistenhernien bis 30 Tage postoperativ < 5 %
  • Reoperationsrate bei Leistenhernien bis 30 Tage postoperativ < 2 %
  • Reoperationsrate bei Narbenhernien bis 30 Tage postoperativ < 10 %
  • Infektionsrate / Revisionsrate bei Narbenhernien nach lap. OP bis 30 Tage postoperativ < 3 %
  • Infektionsrate / Revisionsrate bei Narbenhernien nach offener Operation bis 30 Tage postoperativ < 10 %

Ein wesentliches Element der Zertifizierung von Zentren ist die kontinuierliche Fort- und Weiterbildung durch den regelmäßigen Besuch von Kongressen, Workshops und Kursen. Deshalb wurden als Anforderung an Hernienzentren 16 Fortbildungspunkte pro Jahr für die benannten Chirurgen festgelegt. Welche Veranstaltungen dazu zählen, wird jedes Jahr neu von der DGAV/CAH und der DHG vorgegeben.

Termine anzeigen (PDF)

Zusätzlich muss der Antragsteller Mitglied in der Deutschen Hernien Gesellschaft (DHG) und der European Hernia Society (EHS) sein. Über die Pflichtmitgliedschaft in der Deutschen Hernien Gesellschaft (DHG) und der European Hernia Society (EHS) bekommt das Mitglied den freien Zugang zu den Zeitschriften „Hernia“ und „British Journal of Surgery“ und die Videosammlung „Incision Academy“.

Das DHG – Siegel Qualitätsgesicherte Hernienchirurgie wird zunächst für ein Jahr ausgestellt und kann bei weiterhin bestehenden Voraussetzungen verlängert werden. Dazu sollten die Zentren die Einhaltung der Vorgaben (≥ 90 %ige Dokumentation aller Hernien in Herniamed, Follow-up-Rate ≥ 70 %, Erfüllung der Qualitätsziele, 16 Fortbildungspunkte für die benannten Chirurgen) der DHG schriftlich bestätigen.