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Berichte

Hernia Week MFH Ankaase, 28.2. – 8.3.2026

By 25. März 2026No Comments

Das Team aus Deutschland reiste vom 28. Februar bis 8. März nach Ghana in das Methodist Hospital Ankaase. Das Team bestand aus Frau Dr. Carolina Schinzel, Oberärztin im Markus Krankenhaus in Frankfurt, Prof. Christoph Heidenhain, Chefarzt der chirurgischen Abteilung des Markus Krankenhauses sowie Kai Schnitter, OP-Manager im Markus Krankenhaus in Frankfurt, und mir.

Die Reise wurde unterstützt und finanziert vom Klinikpartnerschaften Programm der GIZ Nr. 81315439, der Agaplesion Stiftung sowie organisatorisch von GRVD von Frau Wiedemann.
Das Konzept des Klinikpartnerschaften Programms wird von der DHG unterstützt (endorsed)

Die Anreise verlief problemlos. Das zur Verfügung gestellte Material, 150 Herniennetze, Nahtmaterial, Handschuhe und Instrumente kamen wohlbehalten in Ghana an.

In Ghana wurde Werbung für diese „Hernia Week“ gemacht, so dass die Zahl der Patienten, die operiert werden wollten und nach den Voruntersuchungen geeignet waren, bei über 300 lag.
Für die erste Woche in Ankaase wurde von dem leitenden Chirurgen Dr. Owusu, ein sehr ambitioniertes Programm aufgelegt, es sollten in fünf Tagen 100 Hernien operiert werden, teils auch doppelseitige Hernien und Rezidive. Am Ende der Woche waren dann 82 Hernien operiert, darunter auch Nabelhernien und epigastrische Hernien, die weiteren auf der Liste stehenden Patienten werden von den Kollegen in den nächsten Tagen und Wochen operiert werden, geplant ist, bis zum 10. April,

Auf Grundlage der Konzeption des Klinikpartnerschaften Programms wurde in diese Woche die Struktur eines Hernien Operationstrainings mit entsprechender theoretischer Ausbildung integriert.
So wurden drei junge Kollegen speziell für diesen Kurs von Dr. Owusu ausgewählt, um hier eine besondere Förderung in der operativen Technik der Netzversorgung von Leistenhernien zu bekommen. Dies lief dann so ab, dass die genannten Kollegen jeweils mit einem deutschen Chirurgen zusammen operierten und dann je nach Schwierigkeit, Operation und dem persönlichen Kenntnisstand assistierten oder operierten.

An zwei Tagen während des Kurses erfolgte eine theoretische Unterweisung mit Videos und Bildern zum Thema Hernienversorgung mit Netz und es wurden die aktuellen Leitlinien und Empfehlungen der Europäischen Hernien Gesellschaft vorgestellt, zum Ende als Highlight wurden Aspekte der Hernienchirugie mit dem Da Vinci Roboter aus dem Markus
Krankenhaus präsentiert. Diskutiert wurden Probleme und Komplikationen der Hernienchirurgie und deren Behandlungsempfehlungen.
Es bestätigte sich auch während dieser Woche die Beobachtung, dass die Zahl der Scrotalhernien, auch S2 und S3 (Giant Hernia), höher ist als in Deutschland. Das eröffnet die Möglichkeit, die Erfahrungen bei der Versorgung dieser Hernien nach Europa und in andere afrikanische Länder zu übertragen.

Es wurde nochmals die überarbeitet die Form der Dokumentation der Hernienoperation und die Nachsorge vorgestellt. Diese wird, wie in Deutschland, direkt im OP begonnen, digital und auf den Dokumenten für die Nachsorge, die wir bisher auf 30 Tage beschränkt haben.

Die Stimmung im OP war wiederum hervorragend. Die Kollegen waren außerordentlich engagiert und fleißig und die Arbeitsmoral beneidenswert. Das Konzept der gemischten Teams funktionierte hervorragend und basierte auf dem Einsatz und der außerordentlichen Leistung von Prof. Heidenhain und Frau Schinzel. Über die jeweiligen Fälle wurde auch in den OP Pausen diskutiert.

Am letzten Tag, am Freitag, gab es ein Treffen mit der Hernien Gesellschaft von Ghana vertreten durch den Vorsitzenden Prof. Micheal Ohene Yeboah und einem senior member, Prof. Francis Abantanga. Dieses Treffen hatte insbesondere das Ziel, das Konzept des Hernienzentrums in Ankaase dieser Gesellschaft vorzustellen, um die offizielle Anerkennung zu ersuchen und auch die Förderung dieses Zentrums im Gesundheitssystem in Ghana zu ermöglichen. Das Treffen war außerordentlich fruchtbar.
Es wurde ganz klar formuliert, dass in Ghana noch erhebliche Ausbildungsdefizite bestehen, die Zielrichtung muss sein, die Krankheitslast durch Hernien durch trainierte Chirurgen und routinemäßig stattfindende elektive Operationen zu vermindern.
Beeindruckend war der Bericht von Dr. Owusu, über die insgesamt über 385 Hernienoperationen ausgehend von dem Hernia Outreach im Zusammenhang mit unserem letzten Besuch im September 2024, die unter seiner Leitung durchgeführt worden sind.
Diese Initiative eines Hernienzentrums aus Ankaase und unsere Unterstützung durch das Klinikpartnerschaften Programm wird als ein wesentliches und wichtiges Element betrachtet, dem Problem der steigenden Hernienzahlen zu begegnen und um verlässliche Daten über die erreichte Versorgungsqualität zu gewinnen.

In der Abschlusserklärung des Vorsitzenden der Hernien Gesellschaft wurde dem Projekt in Ankaase die absolute Unterstützung der Gesellschaft und auch dem Gesundheitsministerium gegenüber zugesagt, was auch eine bessere Finanzierung des Programms möglich erscheinen
lässt.

Zusammenfassend konnte in dieser Reise nach Ghana das Ziel der Wissensvermittlung bei Hernienchirurgie mit hervorragender Akzeptanz erfüllt werden. Die Grundlage für eine weitere Kooperation mit dem Markus Krankenhaus auf ärztlicher und pflegerischer Seite ist geschaffen. Die Idee der Gestaltung eines so genannten Hernienzentrums mit politischer und auch finanzieller Anerkennung durch das ghanaische Gesundheitsministerium ist auf einem guten Weg. So erschien nach unserer Abreise ein Bericht über die Aktivitäten zur Hernienchirugie von Dr. Owusu in der Ghana News Agency und eine entsprechende Information wurde im Parlament in Ghana vorgetragen.

Prof. Dr. Wolfgang Timmermann

Prof. Heidenhain, Frau Schinzel, Prof. Timmermann, Herr Schnitter und die 3 Trainees

Dr. Owusu, Frau Schinzel und Herr Schnitter

Dr. Owusu implantiert ein Netz bei einer Leistenhernie

Fortbildung Hernienchirurgie … bis zum Da Vinci

Das OP Team in Zivil

Im OP mit Dr. Owusu

Prof. Heidenhain und Pfleger Eric in den gespendeten Goretex Kitteln und Trainee Sarpong

Training in wechselnden Teams

Meeting mit der Hernien Gesellschaft von Ghana (2.v. re. Prof Yeboah, der Vorsitzende)